INVENTOUR 2019
Semmering – In die Retro-Perspektive nehmen!

Hintergrund
Seit die Gemeinde Semmering vor rund 100 Jahren als mondäner Kultur- und Kurort entlang der Semmeringbahn entstand, erlebte der Ort viele Höhen und Tiefen. Alt und neu, Kultur und Sport, regionale Initiativen und internationale Investitionen sind nur einige der vielen Aspekte, die den Ort für Besucher*innen aber auch für die Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich interessant machen. Aktuell befinden sich zwei sehr unterschiedliche Projekte, eine permanente Skulptur von Hans Schabus auf der Passhöhe und eine temporäre Ausstellung im Außenraum, kuratiert von Hedwig Saxenhuber, in Vorbereitung.

Reden bringt die Leut‘ z‘am
Das bedeutende kulturelle Erbe des Semmerings stellt für die einheimische Bevölkerung sowohl Reichtum als auch Ballast dar. Bei einem Erzählcafé wurden unter dem Titel „Gespräch der 100-jährigen“ Semmeringer*innen eingeladen, die zum Teil noch aus eigener Erinnerung an die Zeit der Grand Hotels berichten können.

Alltags- vs. Urlaubsort
Ein Ort, der wie der Semmering seit jeher vom Tourismus geprägt war und es bis heute ist, hat mit vielen, sich ständig wandelnden Herausforderungen zu kämpfen. Der Wandel vom Luxuskurort zu einem Ort für „alle“ bringt Veränderungen. Was heißt es für einen Ort, wenn es fast doppelt so viele Bewohner*innen mit Zweitwohnsitz als Hauptwohnsitz gibt? Wer nimmt Teil am gemeinsamen Gestalten des Ortes? INVENTOUR konzipierte mit dem Landschaftsarchitekten Philipp Rode aus Graz und dem Künstler und Kurator Gerald Straub aus Wien Touren durch den Ort zu ausgewählten Stationen, um wichtige Schlüsselthemen des Ortes zu diskutieren: Wieviel Selbstbestimmung ist in der momentanen Situation des Überhandnehmens von ausländischen Investoren noch möglich? Wie kann mit der zunehmenden Verwaldung bei gleichzeitigem Wunsch nach exklusiven touristischen Angeboten und außergewöhnlichen ästhetischen Ansprüchen umgegangen werden.
Viele naturräumliche und landschaftliche Aspekte, wie auch die Lage im Nahebereich von Großstädten, dem Flachland vom Wiener Becken bis Ungarn hinüber, sprechen für den Semmering als Tourismusdestination und Naherholungsgebiet. Der Strukturwandel, die Veränderung der Eigentümerverhältnisse von großen Immobilien am Semmering und die Veränderungen der individuellen Ansprüche an Lebensqualität machen auf jeden Fall eine strategische Neuausrichtung erforderlich. Welche Impulse können dabei von der Kunst ausgehen?




Wann: 1., 2. und 3. August 2019

Wo: Semmering
Wer: Johanna Reiner, Gerald Straub, Philipp Rode, Lukas Tremetzberger
(MOMENT Ö1)
Filmdokumentation: Martin Putz
Mitarbeit, Dokumentation: Uma Reiner
Was: Erzählcafé „Gespräch der Hundertjährigen“, Film „Grand Budapest Hotel“ (2014) von Wes Anderson, Tour zu „Einsicht/Innensicht“, Tour zu „Aussichten/Außensicht

Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung und die wichtigen Informationen bei: Viktor Babushchak (Investorenvertreter Panhans Group, Edgar Bauer (Manager Südbahnhotel), Katharina Hanl-Schubernigg (Gemeinde 21), Wolfgang Kos (Kurator, Initiator), Florian Krumpöck und Barbara Amplatz (Kultur.Sommer.Semmering), Alexander Kuhness (Regionalberater), Kurt Payr (Vizebürgermeister), Michaela Peer (Revierleiterin Österreichische Bundesforste), Horst Schröttner (Bürgereister a.D.), Josef Wagner (Biohotel Wagner)
Weiters danken wir Friederike Hahnl, Christa Latzelsberger, Alfred Puschelmayer, Dagmar Puschelmayer, Elisabeth Schmidt, Ingrid Schröttner für die Teilnahme am „Gespräch der 100Jährigen“, sowie Gerti Frank, Franz Belina, Ursula Niederkofler, Gertraud Windisch mit denen wir schon im Vorfeld Gespräche geführt haben.


„Ich war Hausdame im Panhans. Auch der König von Jordanien ist regelmäßig zum Schifahren auf den Semmering gekommen. Alle haben sich gut vertragen, es waren alle gesellschaftlichen Schichten gemeinsam im Hotel. Der 1. Stock war für die Jüdischen Gäste reserviert. Die Familien, die schon vor dem Krieg da waren, sind nach dem Krieg wiedergekommen und haben sich hier getroffen. Es gab eine eigene koschere Küche für sie. Der Jordanische König hingegegen brachte seine eigenen Köche mit, die ihn verwöhnten."
Teilnehmerin, Führung Hotel Panhans

„Es wäre toll, wenn zukünftig die internationale Klimakonferenz am Semmering stattfinden würde, nicht mehr in Rio, Tokio, Paris… Nein! Am Semmering, im Südbahnhotel! Da ist Platz für 300 Menschen und die anderen Hotels hätten auch noch Platz. Der ganze Ort könnte Fußgängerzone werden. Und dann alternative Möglichkeiten der Fortbewegung zur Verfügung stellen: innovative Technologien, wie Wasserstoffautos, Kutschen, Elektrobikes und -Roller in allen Varianten. Der Verkehr müsste unter dem Semmering durchziehen, eine Station zum Aussteigen könnte es geben und dann mit Rolltreppen zu den Liften und hinauf in den Ort. Der Ort sollte zurück zu seinem Ursprung finden, zum Klima!“
Josef Wagner, Biohotel Wagner




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