Aus dem Tagebuch der INVENTOUR 2020
Zum Mahnmal von Florian Pumhösl
Erzählcafé 27. Juni 2020
Was ist das für eine Mauer in der Wiese?

Beim Seeplatz neben der Bootsvermietung Lunz am See
Infostand 18. Juli 2020
Beim Genußplatzl am Lunzer Kirchenplatz



















SAMSTAG, 27. JUNI 2020
Was ist das für eine Mauer in der Wiese?
Erzählcafé
Uhrzeit: 18.00 Uhr


Das Erzählcafe war mit etwa 25 Personen, an einem Samstagabend bei schönstem Wetter recht gut besucht.

Die, die da waren, waren natürlich eher kunst- und kulturinteressiert und teilweise auch historisch sehr gut informiert. Es waren auch ein paar jüngere Leute da. Und Thomas Hein und Hannes Kammerstätter haben erzählt, wie sie die Arbeit von Florian Pumhösl sehen. Die Offenheit, die Gleichzeitigkeit von Historischem und Gegenwärtigem, die Genauigkeit, etc fanden sie sehr gut! Es gab auch skeptische Stimmen, einer meinte zum Beispiel: "ich hab Angst, dass ich nun jeden Tag, wenn ich zum See fahre, daran erinnert werde was alles Grausliches passiert ist".

Suzie Heger, die frühere Intendantin des Musikfestivals Wellenklaenge meinte, sie fände, dass das Mahnmal mit dem „Nein“ auch auf den Widerstand hinweist. Sie sagte, dass das Mahnmal somit die Ehre der Lunzer retten würde. Sie meinte auch „endlich gibt es ein Denkmal für den Onkel Willi“. Onkel Willi, Wilhelm Mattes, war der einzige, der bei der sogenannten „Wahl“ des „Großdeutschen Reichstags“ und für die „Volksabstimmung zur Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“ am 10. April 1938 mit „Nein“ gestimmt hat und darauf im Dorf Schikanen ausgesetzt war)

Johannes Kammerstätter, Historiker aus Wieselburg, und Thomas Hein, der Leiter des WasserCluster Lunz, erzählten von ihrer Intention sich mit der Geschichte von Lunz zu beschäftigen und letztendlich die Errichtung eines Mahnmals anzuregen.

Hans Geißlhofer, ein Neffe von Mathes und Nachkomme aus der Kuppelwieser Familie, Herbert Krückel, ein Historiker, sowie Frieda Ritzinger, die schon einmal ein Zeitzeugenprojekt in Lunz organisiert haben, erzählten was sie bereits an Wissen zusammengetragen haben.

„Dieses Zeichen hier steht an diesem Ort allein, aber es steht in Österreich nicht allein und es steht in Europa nicht allein. Das heißt: Wir sind verpflichtet zu einer Gedenkkultur die ein bestimmtes Niveau hat, was die Vergangenheit betrifft, die künstlerische Darstellung und auch die politische Absicht heute. Und insofern kann dieses Zeichen eigentlich überall stehen. Aber es hat einen historischen Grund warum es ausgerechnet hier steht. Es steht hier als ein europäisches Zeichen.“ Johannes Kammerstätter (Historiker)

Die Runde äußerte sich durchwegs positiv über die Gestaltung des Mahnmals. Lediglich den Begriff Mahnmal fanden einige nicht so passend. Sie zeigten jedenfalls ein großes Interesse an der Fortführung von Recherchen und Aktivitäten, nämlich einerseits in einem Kriminologischen Sinn: einige sagten, sie hätten gerne Nachforschungen und Ausgrabungen zu den Gerüchten von Erschossenen, die auf der Wiese vergraben worden sein sollen, aber auch in Form von Gedenkkultur, mit regelmäßigen Veranstaltungen.

Es kam die Idee auf, eine jährliche Gedenkfeier zu organisieren, mit Musik, die sie als ein geeignetes Mittel für das Gedenken sehen würden.

SAMSTAG 18. Juli 2020
Infostand
Uhrzeit: 08.00 bis 13.00 Uhr


INVENTOUR war ab 8.00 Uhr in Lunz am See vor dem Genußplatzl. Das ist ein kleiner Greissler am Kirchenplatz, der vor allem regionale und biologische Produkte verkauft und an einem Samstag Vormittag sehr gut besucht ist.

Die Menschen ließen sich vom schlechten Wetter nicht abhalten, den ganzen Vormittag über gab es reges Treiben in dem kleinen Laden, wo man auch Kaffee trinken und eine Kleinigkeit jausnen konnte. Interessierte haben wieder von vielen Ideen, Personen und Initiativen erzählt, mit denen an der Aufarbeitung der Geschichte in Lunz weitergearbeitet werden könnte.


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