Karl-Heinz Klopf
Eine Stufe mehr
3. Juli bis 1. November 2022
museumORTH, Schlossplatz 1,
2304 Orth an der Donau

Das museumORTH nimmt dieses Jahr im Zuge der Landesausstellung das Schloss und seine lange Baugeschichte, die im 12. Jahrhundert ihren Anfang nahm, aus unterschiedlichen Blickwinkeln in Augenschein.

Im Rahmen der Ausstellungsreihe »Alltags-kultur und Gegenwartskunst« reflektiert das Projekt Eine Stufe mehr von Karl-Heinz Klopf einige architektonische, räumliche und bau-strukturelle Elemente im konkreten wie abstrahierten Sinn. Anhand einer In-Situ-Installation, eines Videos und einer Papier-montage spürt der Künstler dem Gefüge und den baulichen Veränderungen des Schlosses nach. Klopf setzt für sein Projekt aber nicht bei der übergeordneten Baugeschichte an, sondern bei eher beiläufigen Aspekten, unscheinbaren Eingriffen sowie nicht sichtbaren Strukturen, um den Blick auf das Ganze zu sensibilisieren.

Im Turmzimmer, das für die Ausstellungsreihe verwendet wird, steht nicht der Raum als architekturhistorischer Körper im Zentrum, sondern die Auf- bzw. Abgänge und die dazugehörigen Geländer. Die künstlerische Installation besteht aus einem Steg, der durch den Raum verlaufend die beiden in das Turmzimmer führenden Treppen miteinander
verbindet. Die Geländer werden zu einer teils offenen teils geschlossenen Wandkonstruk-tionen erweitert. Treppen und Geländer werden so zu tragenden, den Raum neu definierenden Strukturen. Im Schloss gefundene, bereits für vergangene Ausstellungen verwendete Platten werden wiederverwertet, verdecken die Wand-konstruktion zum Teil und wechseln vom Hintergrund zu eigenständigen skulpturalen
Elementen.

Die Videoarbeit greift auf einer weiteren Ebene die Ambivalenz von Vorhandenem und gleichzeitig Unsichtbarem auf. Sie zeigt Auf-nahmen von einem Drohnenflug durch den über dem Turmzimmer befindlichen Dachboden – ein seit vielen Jahren nicht betretener Raum, der für Besucher*innen unzugänglich ist. Beispielhaft wird auf ungenützte Bereiche des Schlosses verwiesen, die nur von außen als Teil der architektonischen Gesamterschein-ung sichtbar sind.

Eine speziell für den Ausstellungsort produzierte Papiermontage aus dem Werk- komplex Land Works stellt Natur und Kon-struktion gegenüber und schließt das Zusammenspiel der Ausstellungsinstallation
ab. Amorphe, sich auf dem Papier mittels Tusche ausbreitende Formen, deren Farb-texturen über den natürlichen Trocknungs-prozess entstehen, werden mit architekton-ischen Collageelementen in ein bildräumliches Spannungsverhältnis gebracht und in
Bezug zum Ausstellungsraum gesetzt.

Karl-Heinz Klopf, dessen künstlerische Praxis auf unterschiedlichste Weise sensibel wie vielschichtig auf unsere gebaute Lebenswelt reagiert, lädt mit Eine Stufe mehr dazu ein, das »Unbedeutende« als Antrieb für allgemeine Fragestellungen hinsichtlich unseres Umgangs mit und unserer Wahrneh-
mung von Architektur zu verwenden – historisch, gegenwärtig, zukünftig, materiell wie konzeptuell.

Eröffnungsfotos
Karl-Heinz Klopf, Ohne <br />Titel (aus der Serie Land Works), <br />2019, © Bildrecht Wien 2022 Karl-Heinz Klopf, Ohne Titel (aus der Serie Land Works), 2019, © Bildrecht Wien 2022

Karl-Heinz Klopf,  <br />Making-of, Videoaufnahme mit <br />Drohne, Dachboden Schloss <br />Orth, 2022  <br />© Bildrecht Wien 2022Karl-Heinz Klopf, Making-of, Videoaufnahme mit Drohne, Dachboden Schloss Orth, 2022, © Bildrecht Wien 2022

Karl-Heinz Klopf, Eine Stufe mehr, Ausstellungsansicht, (c) Joanna Pianka Karl-Heinz Klopf, Eine Stufe mehr, Ausstellungsansicht, (c) Joanna Pianka

Karl-Heinz Klopf, Eine Stufe mehr, Ausstellungsansicht, (c) Joanna Pianka Karl-Heinz Klopf, Eine Stufe mehr, Ausstellungsansicht, (c) Joanna Pianka


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