media > Local Access: Form und Konsistenz / Huggermugger Glacé - Baden
 
© Agnes Fuchs, Foto: Thomas Freiler
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agnes fuchs


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FORM UND KONSISTENZ



In der Installation für die Landesberufsschule Baden verbindet Agnes Fuchs zentrale Themen ihrer künstlerischen Arbeit mit Fragestellungen, die alle Ausbildungszweige der Schule berühren. Die Aufgabe erscheint auf den ersten Blick kaum lösbar, da Bäckerei, Konditorei und Confiserie auf den ersten Blick nichts mit Zahntechnik oder dem Wachsziehen zu tun haben. Doch die Künstlerin fand die Verbindung in der Frage nach Form und Konsistenz und entwickelte für die Glasfront des Gebäudes aus Kreisformen zwei verschiedene Grundmuster, die sie als Siebdrucke in die Scheiben einbrennen ließ. Die Kreise sind von der Architektur angeschnitten oder schneiden aus einem weiteren Kreis eine polymorphe Form aus und können so als Positiv- oder Negativform wahrgenommen werden. Durch die Drehung der Muster in unterschiedliche Positionen erhält jede Scheibe eine andere Formenkonstellation.

Agnes Fuchs geht dabei wie in einer wissenschaftlichen Versuchsanordnung vor, in der sie analytisch untersucht, wie sich Form konstituiert und wie wir sie wahrnehmen. Zunächst stellt sich ganz simpel die grundsätzliche Frage, was die Form ist und was der Hintergrund. Wie bedingen sie sich gegenseitig? Was ist das Verhältnis der Konsistenz der Materialien zur Form? "Wenn man eine klebrige Masse hochzieht, gibt es einen Punkt, wo sie reißt", so die Künstlerin. Diese Grenze gilt es für sie auszuloten: Neben einem deckenden Weiß und einem leicht transluzenten Dunkelgrau färbte Agnes Fuchs einzelne Scheiben transparent violett – in Anlehnung an den Lackmustest, der in der Chemie mithilfe des Farbstoffs Lackmus zur Bestimmung des pH-Werts, also des Charakters einer wässrigen Lösung eingesetzt wird. Violett ist dabei der Indikator für eine weder saure noch basische Flüssigkeit, "so wie bei klarem Wasser", sagt die Künstlerin.
Die Beschaffenheit und die Koppelung unterschiedlicher Bezugssysteme sind Untersuchungsfeld wie Methode in ihrer künstlerischen Arbeit – in der Malerei wie in den Rauminstallationen oder auch in den Arbeiten für den öffentlichen Raum. Für die Badener Installation entwickelte Agnes Fuchs ein formales System, in dem dieselbe Grundform durch eine Drehung jeweils andere visuelle Informationen erzeugt. Das heißt, der Wahrheitswert ist in jeder Anordnung derselbe, lediglich die Aussage wird verändert, um sowohl die Bedingungen von Formverhältnissen wie von Wahrnehmung zu untersuchen. "Sowohl bei der Wahrnehmung als auch bei der Malerei spielt es eine Rolle, was Form ist und was deren Inhalt", sagt Agnes Fuchs.

Während der Lackmustest eine wissenschaftliche Methode darstellt, ist "huggermugger" ein Kunstwort, das in der englischen Sprache für etwas Heimliches, aber auch für Chaotisches – im Sinne von "aus der Ordnung gebracht" – steht. So spricht der zweite Teil des Titels auch eine poetische Ebene der Installation an. Vielleicht verhält es sich dabei eben ähnlich wie bei einer Zuckerglasur, die die Konsistenz dessen, was mit ihr überzogen ist, nur mehr erahnen lässt.
(Cornelia Offergeld)
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