© Nicole Six u. Paul Petritsch
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six nicole & petritsch paul


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Fußnoten in der Landschaft



Projekt zum Schutz eines Hügelgrabs

Seit das Hügelgrab bei Grossmugl von Astronomen als Sternlichtoase beworben wird und der Wunsch besteht, den Ort zum Weltkulturerbe zumachen, gibt es am Tumulus eine gesteigerte BesucherInnenfrequenz. Die Archäologen beklagen eine beginnende Zerstörung durch das Begehen von BesucherInnen, obwohl das Hügelgrab als Bodendenkmal unter Schutz steht.

Der Tumulus, ca. 2500 Jahre alt und mit ca. 16 m Metern Höhe einer der größeren Mitteleuropas, ist Namensgeber für die Gemeinde und für die Region ein identitätsstiftender Faktor. Er ist aus wissenschaftlicher Sicht von hohem Wert, da sowohl die Form des Hügels als auch sein Inhalt intakt sind: Bis heute haben Archäologen bewusst von einer Grabung Abstand genommen. Der Hügel ist zudem aufgrund seiner Steilheit und Trockenheit mit dem hier seltenen, pannonischen Trockenrasen bewachsen.

Der Grabhügel kann als eine Zeitkapsel in einer von Landwirtschaft geprägten Umgebung betrachtet werden. Dieser Ort steht nun in einem Konflikt zwischen Erhaltung, Schutz und Bewerbung. Er kann auch beispielhaft für die aktuelle Diskussion um den nachhaltigen Umgang des Menschen mit seiner Umwelt gesehen werden.

Um den unterschiedlichen Begehren, die mit dem Hügelgrab zusammenhängen, gerecht zu werden, und das Verbot das Hügelgrab zu besteigen zu kommunizieren, verzichten Nicole Six und Paul Petritsch vorerst auf bauliche Konzepte. Sie schlugen eine Kampagne vor, die die Sprache und Interessen aller Akteure sammelt: Archäologen, Anwohner*innen, Landwirte, Astronomen und Astrofotografen. Die Intervention besteht aus Texttafeln, die den Besucher am Weg zum Tumulus nicht nur begleiten, sondern auch anleiten und über verschiedenen Themen informieren: Geschichte des Ortes, Archäologie, Wert als Identifikationsfaktor, Sternlichtoase, Denkmalschutz. Die Texttafeln sind flexibel konzipiert und werden in die Erde gesteckt. Die Idee ist, das so entstandene Feld an Informationen jederzeit erweitern oder verändern zu können.

Die Texttafeln fungieren als Fußnoten in der Landschaft. Sie stellen den BesucherInnen ins Zentrum und helfen Inhalte zu vermitteln. Sie verankern den Wunsch, das Hügelgrab zu seinem Schutz nicht zu besteigen.
Der Weg zum Tumulus wird zu einem bewussten Erlebnis, es wird ein Raum hergestellt, der die vielfältigen Beziehungen zwischen Tumulus, Landschaft und Menschen veranschaulicht. Jede und Jeder ist angesprochen.
(Nicole Six und Paul Petritsch mit Florian Hofer)



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