erwin wurm, projekt für die altstadt von krems
erwin wurm, projekt für die altstadt von krems
 

erwin wurm


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projekt für die altstadt von krems



Zwölf Mistkübel wurden an verschiedenen Standorten in der Kremser Altstadt aufgestellt, die sich auf den ersten Blick nicht als Kunstobjekte im herkömmlichen Sinn zu erkennen gaben. Der Fußgänger bzw. ein potentieller Benützer nahm jedoch die äußere Gestalt des Mistkübels wahr. Dieser rechteckige graue Metallkasten hatte, außer der Funktion, nichts mit dem gewohnten Bild der standardisierten orangefarbenen Plastikkübeln gemein. Erwin Wurm gestaltete seinen eigenen standardisierten Mistkübel: "... ähnlich wie bei den Pulloverarbeiten, wo ich Podeste gemacht habe, über die man gerade noch den Pullover darüberspannen konnte. Aus diesem Gerade-Noch-Darüber-Spannen und aus dem umgedrehten Podest habe ich eine Eisenkiste gemacht, wo ein Mistsack reingestülpt wird."
(Erwin Wurm im Gespräch mit Hans Ulrich Obrist, in: Ausstellungskat. Erwin Wurm, 1996, S.11). Die Mistkübel, direkt auf dem Straßenniveau aufgestellt, beanspruchten Platz. Sie stellten ihr Volumen zur Schau. In die Kisten war ein jeweils andersfarbiger Pullover eingespannt, dessen drei Öffnungen, Ärmel und Knopfloch, an der Außenseite durch drei Symbole markiert, auf die Mülltrennung hinwiesen. Erwin Wurm nahm den Alltagsgegenstand in seine Kunstwelt hinein, formte ihn und setzte ihn in den frei zugänglichen, öffentlichen Raum aus. Der Akt, der den banalen Gebrauchsgegenstand zum Kunstwerk machte, wurde erst vom Benützer selbst vollzogen. Der zeitlich begrenzte unspektakuläre Handlungsablauf des "Mistreinschmeißens" wurde zur Performance, zum Kunstwerk.
(Franziska Lesák)
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