© Markus Guschelbauer, peripheria, Kunstraum Weikendorf, 2022
© Markus Guschelbauer, peripheria, Kunstraum Weikendorf, 2022
© Markus Guschelbauer, peripheria, Kunstraum Weikendorf, 2022
© Markus Guschelbauer, peripheria, Kunstraum Weikendorf, 2022
 

Markus Guschelbauer


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peripheria



Die fotografischen Arbeiten von Markus Guschelbauer sind für ihre vielschichtigen Inszenierungen bekannt, die den fotografierten Raum und das Medium auf unterschiedliche Weise miteinander verweben und reflektieren. Häufig sind es vorgefundene Landschaftsräume, in die mittels geometrischer Farbflächen, Liniengerüsten oder dem queer definierten Körper des Künstlers interveniert wird. Diese auf den ersten Blick spielerisch anmutenden Irritationen erzeugen ein reizvolles Spannungsfeld von Bild- und Objektebenen. Sie sind aber vor allem ein Vehikel, unsere Wahrnehmung von Natur und Gesellschaft und unseren Einfluss auf diese immer wieder zu überprüfen und produktiv in Frage zu stellen.

Für den Kunstraum Weikendorf hat Markus Guschelbauer die umgebende Landschaft, das Marchfeld, in den Blick gerückt: Die Region ist neben ihren Naturräumen, wie den Donau-Auen und der March, für ihre Agrarlandschaft bekannt. Natur, die als landwirtschaftliche Nutzfläche gewidmet ist, wird in ein von Menschen gemachtes Raster integriert. Sie wird vermessen und die entstanden Flächen werden zu Bestandteilen eines Bewirtschaftungskreislaufs.

Der Titel peripheria ist von der mathematischen Größe Pi (π) abgeleitet und bezeichnet hier mehreres: die Kreislinie genauso wie die kreisförmige Bewegung. Darüber hinaus ist die "Peripherie" als der abseits vom Zentrum befindliche Raum zu verstehen. Die Verbindung dieser Bedeutgunsebenen - der Kreislinie, der Bewegung und der Randfläche - fasst die zentralen Faktoren von Markus Guschelbauers Installation im Kunstraum zusammen. Zwei fensterartige Öffnungen im großen Schaufenster geben Einblick auf zwei sich um ihre Achse drehende Panorama-Fotografien, die Inszenierungen des Künstlers auf den Feldern um Weikendorf herum mit Unterstützung der örtlichen Bevölkerung zeigen. Stoffbahnen oder Tafeln, die Maßeinheiten angeben, tauchen durch die Drehung der Bildsäulen auf und verschwinden wieder. Die Bewegung gibt somit nie das gesamte Bild, sondern immer nur einen Ausschnitt preis. der "Kreislauf" der Fotografien erzeugt gleichzeitig ein buchstäblich bewegtes Bild, einen kurzen Ablauf, der durch die Beleuchtung von innen noch verstärkt wird.

Nähert man sich dem Kunstraum, wirken die beiden rechteckigen Öffnungen im Fenster beinahe wie Augen, die herausblicken und gleichzeitig die Umgebung widerspiegeln. Zu sehen ist aber kein argwöhnischer Blick auf die menschengemachte Natur, sondern Arbeiten, die behutsam unsere Wahrnehmung sensibilisieren wollen. Die Bilder nehmen uns das Nachdenken über unsere Umwelt nicht ab, sondern ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich, um dann die Aufgabe an uns weiterzugeben, über das Verhältnis zu ihr zu reflektieren. Eine Einladung die Ränder auf allen Ebenen nicht aus dem Blick geraten zu lassen.


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