© Lisa Rastl
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© Kateřina Šedá
© Kateřina Šedá
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© Lisa Rastl
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kateřina šedá


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herzlich willkommen!



Das Pflege- und Betreuungszentrum Hainfeld hat in der gerade fertiggestellten Gartenanlage eine kleine neue Gemeinde erhalten. 20 ungewöhnliche Miniaturen von real existierenden Wohnhäusern der Bewohner*innen des Zentrums sind zukünftig eine Bereicherung auf vielen Ebenen. Sie sind Orte der Erinnerung, spielerische Triebfeder für Dialog und Austausch gleichermaßen für alle dort lebenden und arbeitenden Menschen wie für Besucher*innen. Sie sind aber auch Futter- und Nistplätze für eine ganze Reihe heimischer Vogelarten, die den Garten beleben werden.


HERZLICH WILLKOMMEN
Projekt für das NÖ Pflege- und Betreuungszentrum Hainfeld


„Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird.“
(Christian Morgenstern)

Jeder von uns fürchtet sich im Leben vor vielerlei Dingen, und eine der größten Ängste ist jene vor dem Verlust des Zuhauses und der Nächsten. Das Zuhause ist nicht bloß ein Ort, an den man vor Kälte oder Regen flüchtet, sondern vor allem der Ort, an dem man verstanden wird. Man verbringt dort seine Freizeit, lebt dort mit seiner Familie, zieht seine Kinder groß und wird darin im Idealfall auch alt. Es ist eine Welt, die keiner von uns verlassen möchte.

Genau deshalb habe ich mich im Projekt für das Pflege- und Betreuungszentrum Hainfeld dem Thema Verlust des Zuhauses gewidmet. Ältere Menschen fühlen sich häufig einsam und das nicht nur innerhalb ihrer Familie, sondern auch innerhalb der ganzen Gesellschaft. Gegen Ende ihres Lebens stehen sie nun vor einer absolut neuen Frage: Wie bringt man sein Zuhause an einen völlig neuen Ort und verliert nicht den Kontakt zu Menschen, die man täglich getroffen hat?

Dieser Gedanke brachte mich auf die Idee, Miniaturausgaben der ehemaligen Wohnhäuser der einzelnen Seniorinnen und Senioren zu erstellen, um sie als Vogelhäuschen und Futterstellen im hauseigenen Garten nutzen zu können. Mit der Installation würde im Gartenareal des Wohnheims eine neue Gemeinde entstehen. Zum Zentrum der Gemeinde würde eine Kleinausgabe der Kirche in Hainfeld werden und als Wegweiser dienen.


„Man muss weit fahren, furchtbar weit, um seiner Heimat so nah wie möglich zu kommen.“
(Karel Čapek)

Meine Absicht war es, die Seniorinnen und Senioren nicht nur symbolisch in ihr Zuhause zurückkehren zu lassen, sondern sie gleichzeitig zu aktivieren – und das sowohl bei der Realisierung des Projekts als auch mit der Installation, die sie aktiv besuchen könnten. Grundlegend war für mich, dass sie zu Co-Autoren der einzelnen Häuser wurden und sich ihre Erinnerungen darin widerspiegeln konnten. Auch wenn es ein langer und schwieriger Prozess war, so brachte er eine Reihe von wichtigen Anregungen, die das Projekt sehr bereichert haben.

Anfangs versuchte ich festzustellen, wie genau die Häuser aussahen, in denen die ausgewählten Seniorinnen und Senioren wohnten. Wenn es der Gesundheitszustand nicht erlaubte, sich an die konkrete Form des Hauses zu erinnern, versuchte ich, nach einer Geschichte zu fragen, die verschiedenste Dinge über das Haus preisgeben könnte. Wenn auch das nicht gelang, bat ich sie, das Haus zu zeichnen oder ihm einen Namen zu geben, der es genau charakterisieren sollte. Wenn keiner dieser Ansätze glückte, begab ich mich selbst an die konkrete Adresse. Letztendlich entschloss ich mich auf Grundlage dieser Erfahrung, alle Adressen selbst zu besuchen und erhielt so eine klare Vorstellung von den Orten, die mir die Bewohnerinnen und Bewohner beschrieben hatten. Die endgültige Gestalt der einzelnen Häuser entstand aus einer Kombination der gesammelten Materialien (Gespräche, Zeichnungen, Fotografien) und auch durch den Einsatz der Architektin, die die Zeichnungen für die Realisierung in der Tischlerei lieferte.

„Heimat ist dort, wo man freundlich empfangen wird.“
(Kateřina Tučková)


Bei der Installation schließlich habe ich mich bemüht, sie als kompakte Einheit wirken zu lassen und dafür zu sorgen, dass die Objekte einen Ort aus dem Garten machen, an dem sich die Menschen gerne aufhalten werden. Genauso wichtig war auch die Sicht auf den Garten aus den Fenstern, weil vor allem im Winter viele der Seniorinnen und Senioren es nicht alleine in den Garten schaffen. Man sagt, dass für die Ältesten der Winter die schlimmste Zeit des Jahres ist und gerade diese Zeit soll durch die Installation und die zurückkehrenden Vögel wiederaufleben.
Neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Seniorenheims sind eine weitere, nicht minder wichtige Gruppe die Familien und Verwandten, die regelmäßig zu Besuch kommen. Vor allem Kinder suchen bei dem Besuch ihrer Großeltern nach etwas, das ihnen helfen könnte, eine Beziehung zur Großmutter oder dem Großvater aufzubauen und gemeinsam Spaß zu haben. Ich glaube, dass gerade diese Installation das Potential hat, alle Altersgruppen zu begeistern und ihnen für diesen Weg die Türen zu öffnen.

Kateřina Šedá, 2021


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