© Siegrun Appelt, Langsames Licht/Slow Light, Kirche St. Lorenz
© Siegrun Appelt, Langsames Licht/Slow Light, Kirche St. Lorenz
© Siegrun Appelt, Langsames Licht/Slow Light, Wegebeleuchtung Donaulände Spitz
© Siegrun Appelt, Langsames Licht/Slow Light, Wegebeleuchtung Donaulände Spitz
© Siegrun Appelt, Langsames Licht/Slow Light, Viadukt Emmersdorf
© Siegrun Appelt, Langsames Licht/Slow Light, Viadukt Emmersdorf
 

siegrun appelt


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langsames licht/slow light



In Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich, der Abteilung Umwelt und Energiewirtschaft und der Abteilung Kunst und Kultur/Kunst im öffentlichen Raum sowie der Regionalentwicklung Bucklige Welt, wurde die Künstlerin Siegrun Appelt mit dem von ihr entwickelten und bereits an mehreren Orten in der Wachau und international umgesetzten Projekt Langsames Licht/Slow Light* in die Bucklige Welt eingeladen, um ihr Konzept des langsamen Lichts für die Wehrkirchen von Bad Schönau, Edlitz, Unteraspang und Wiesmath zu realisieren.

Appelt beschäftigt sich seit rund 20 Jahren intensiv mit den Bedingungen unserer Wahrnehmung und im Spezifischen mit dem Medium Licht: Von spielerisch-ästhetischen Farb-Licht-Bildern über raumgreifende Lichtinstallationen, wie im Hof des Museumsquartiers in Wien (2004) bis zu der Auseinandersetzung mit Energieeffizienz, die mit ihrem Projekt für die Architektur Biennale in Venedig 2008 ihren Ausgangspunkt nahm. In der Wachau setzte sie zwischen 2012 und 2014 bereits beispielgebende Beleuchtungskonzepte an mehreren Kirchen und Kulturdenkmälern um.

Für die Konzipierung und Umsetzung der Beleuchtungsprojekte steht Appelt von Beginn an im engen Austausch mit den Auftraggeber*innen und Nutzer*innen vor Ort. Neben der Reduktion des Energieverbrauchs sowie einem umweltschonenden Einsatz geht es um eine Sensibilisierung der Bevölkerung in Bezug auf den Umgang mit Licht. Konkret werden bei minimierter Lichtstärke LED-Lichtpunkte gezielt auf die ausgewählten Gebäude gerichtet und Streulicht fast zur Gänze vermieden. So gelingt es der Künstlerin durch präzise Setzung der Schatten die architektonische Struktur der Gebäude zu akzentuieren, sodass die Baudenkmäler besser und unter Wahrung ihrer Charakteristika sichtbar werden. Mit diesem Ansatz hat sie neben Kirchen in der Wachau, die Schattenburg in Feldkirch oder den Garten des Liebighauses in Frankfurt beleuchtet. Aktuell arbeitet sie an Beleuchtungskonzepten für unterschiedlichste Außenanlagen.

„Es kommt nicht auf die Stärke der Beleuchtung an, um Bauten und Wege in der Dunkelheit sichtbar zu machen, sondern auch und vor allem auf die sorgfältige Setzung des Lichts, die richtige Lichtfarbe, auf Blendfreiheit und die Vermeidung von Streulicht. Siegrun Appelts Arbeit ist auch ein Plädoyer dafür, Bau- und Infrastrukturmaßnahmen nicht nur einseitig im Hinblick auf ihre energiesparenden und kostensenkenden Konsequenzen zu beurteilen, sondern auch ihre ästhetischen, emotionalen und physischen Auswirkungen mit gleicher Sorgfalt zu betrachten.“ (Franziska Leeb, Architekturtheoretikerin)

Langsames Licht / Slow Light hinterfragt in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen, sowie mit Techniker*innen die Auswirkungen künstlicher Beleuchtung auf Mensch, Natur und Umgebung und ergründet skulpturale wie ästhetische Möglichkeiten aktueller Lichttechnologien. Künstlerische Erfahrungen und theoretisches Wissen fließen in die Gesamtstruktur von Beleuchtungsprojekten ein. Das Zusammenspiel von Kunstlicht, Tageslicht und Dunkelheit spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie technologische Neuerungen, die über eine reine Beleuchtung hinausgehen. Mit gezielt eingesetztem Licht und mit der sparsamen Technologie von LED Lampen können bis zu 90% Energie eingespart werden. Eine sensiblere und bewusstere Beleuchtung kommt auch der Umwelt und unserer Gesundheit zugute. Denn „Lichtverschmutzung“ beeinflusst die Biologie und Gesundheit aller Lebewesen.

Eine erste Probebeleuchtung in Bad Schönau und Edlitz findet in der Nacht des Karsamstag, am 3. April 2021, statt. Da zu diesem Zweck die bisherige Beleuchtung beider Wehrkirchen abgeschaltet wird, nutzen die beiden Gemeinden mit Unterstützung der INVENTOUR – dem Vermittlungsprogramm von KOERNOE – die Gelegenheit, um die Bevölkerung an diesem Abend zu einem gemeinsamen kurzen Lichtfasten, von 20.00 Uhr bis 21.30 Uhr, einzuladen.

Die Beleuchtungen der weiteren Kirchen in Unter Aspang und Wiesmath werden bis Sommer umgesetzt. In Zusammenarbeit mit den beteiligten Gemeinden, der INVENTOUR und der Abteilung Umwelt und Energiewirtschaft sind mehrere Aktionen und Aktivitäten rund um das Thema Licht und Dunkelheit im Laufe des Jahres geplant. Eine feierliche Eröffnung aller neu beleuchteten Kirchen ist für die Sommermonate geplant.

Realisierte Projekte:
Lichtprojekt Wachau
Wegbeleuchtung Spitz an der Donau

*2010 führte Siegrun Appelt den Begriff „Langsames Licht/Slow Light“ ein, den sie auch als Marke eintragen ließ.




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