© Eldine Heep, Klemens Schillinger, Die Vierte Wand, Seekopf/Wachau, 2020, Fotos: eSel.at - Lorenz Seidler
© Eldine Heep, Klemens Schillinger, Die Vierte Wand, Seekopf/Wachau, 2020, Fotos: eSel.at - Lorenz Seidler
© Eldine Heep, Klemens Schillinger, Die Vierte Wand, Seekopf/Wachau, 2020, Fotos: eSel.at - Lorenz Seidler
© Eldine Heep, Klemens Schillinger, Die Vierte Wand, Seekopf/Wachau, 2020, Fotos: eSel.at - Lorenz Seidler
© Eldine Heep, Klemens Schillinger, Die Vierte Wand, Seekopf/Wachau, 2020, Fotos: eSel.at - Lorenz Seidler
© Eldine Heep, Klemens Schillinger, Die Vierte Wand, Seekopf/Wachau, 2020, Fotos: eSel.at - Lorenz Seidler
 

heep eldine / schillinger klemens


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Die vierte Wand



Die Wachau feiert in diesem Jahr ihren 20-jährigen Weltkulturerbe-Status und den besten Blick auf diese wunderschöne Region bietet ab sofort der neue Aussichtsturm am Seekopf. Die vom Gestalter*innen-Duo Eldine Heep und Klemens Schillinger erdachte Holz-Stahlkonstruktion auf dieser 671 m hohen Erhebung des Dunkelsteiner Waldes südlich der Donauschlinge zwischen Weissenkirchen und Dürnstein ersetzt den baufälligen Vorgängerbau und bietet dank einer dramaturgischen Inszenierung des Aufstiegserlebnisses ab sofort einen reizvollen Höhepunkt auf der 180 km langen, entlang des Donauufers verlaufenden Route des Welterbesteigs.

Ein neuer Turm für Rossatz
Mehr als 25 Jahre stand die alte Aussichtswarte am Seekopf. 1993 hatte der ortsansässige ‚Jankerl-Club-Rossatz‘ die Warte eigenhändig errichtet. 2018, zum Jubiläum, wurde der Entschluss gefasst, den mittlerweile baufällig gewordenen Turm, der sich auf einer beliebten Wanderroute befindet, durch einen Neubau zu ersetzen und damit den Panoramablick vom dicht bewaldeten Seekopf auf die Donau zu bewahren. Der Zweckbau sollte nicht nur funktionalen Kriterien genügen, sondern für die Besucher*innen der sensiblen Naturlandschaft einen zusätzlichen Erlebniswert schaffen. Zum 20-jährigen Jubiläum des Weltkulturerbe-Status ermöglicht nun die neue Warte wieder diesen wunderbaren Blick in die Wachau und regt darüber hinaus zu Überlegungen über Architektur und Inszenierung im Zusammenspiel mit der umgebenden Natur an.

DIE VIERTE WAND
Der Titel der architektonischen Setzung ist eine Bezeichnung aus dem Theater. Gemeint ist die imaginäre Grenze zwischen der Bühne und dem Zuschauerraum, deren Durchbrechung die direkte Interaktion bedeutet. Beim Aussichtsturm verwenden Heep/Schillinger nun diese dramatische Setzung als Blick-Barriere und Spannungselement: Entlang einer mit Lärchenholz verblendeten, räumlich gestaffelten Wand, führt die Treppe nach oben. Die Holzstruktur rückt sowohl die offene Stahlkonstruktion als auch die Aussicht während des Aufstiegs optisch in den Hintergrund und motiviert dadurch umso mehr, den 15 Meter Höhenunterschied über die Treppen zu überwinden, um erst auf der Plattform oben das atemberaubende Panorama in vollem Umfang zu genießen.

Lilli Hollein, Direktorin der Vienna Design Week, über das Projekt
„Eldine Heep und Klemens Schillinger sind Freunde der klaren Struktur, der Frei- und Offenlegung. Die Architektin und der Designer haben wiederholt an Projekten zusammengearbeitet. All diese Projekte eint die Fähigkeit der beiden zum Herausdestillieren der wahren Struktur. Mit dieser Haltung sind sie auch an das Projekt eines Aussichtsturms am Seekopf herangegangen: So schlank, so reduziert, so transparent wie möglich auf der einen Seite und andererseits ein prägnanter, fassbarer Auftritt, der etwas Natürliches und dennoch wieder etwas Irritierendes an sich hat. Das Stahlgerüstskelett steht als bewusster, wenn auch filigraner Fremdkörper in der Landschaft (...) Wie in einer Prozession bewegt man sich entlang der Wand in die Höhe. Die Neugier auf das, was dahinterliegt, steigert sich Schritt für Schritt (Eldine Heep/Klemens Schillinger). Von den Mayas über den Turm von Babel bis zum Filmset, aber vor allem auch zu den Weinterrassen der Wachau reicht die Inspiration. Die Aussichtswarte stiehlt der Landschaft nicht die Show, sondern lenkt den Blick aufs Wesentliche.“

TECHNISCHE DATEN:
Grundfläche im Achsmaß 6 x 6 Meter
Höhe: 16,30 Meter
Materialien: Stahlkonstruktion, Lamellenfassade aus Lärchenholz
Projektarchitektin:
Arch.in Dipl.-Ing.in Ursula Knappl
Mitarbeit: Radoslaw Olczak
Baufirma: Franz Schütz GmbH
Statik: Schnaubelt und Partner ZT-GmbH
Fundament: Mayer IL ZT-GmbH
Stahlbau: Manfred Karl
Zimmerei: Karl Koppensteiner

Eldine Heep
Geboren 1982 in Delhi, Indien, studierte Architektur an der Universität für angewandte Kunst und der Akademie der bildenden Künste in Wien. 2007 erhielt sie das MAK Schindler Stipendium in L.A. und ihre Arbeiten wurden in mehreren Gruppenausstellungen gezeigt. Anschließend arbeitete sie für Architekturbüros in Wien und Peking, seit 2015 selbständig in Wien tätig an der Schnittstelle zwischen Architektur, Design und Kunst. Zusätzlich lehrt sie Architektur im Studio von Hani Rashid an der Universität für angewandte Kunst.


Klemens Schillinger
Geboren 1983 in Wien, studierte Produktdesign an der FH Joanneum in Graz und am Royal College of Art in London. Nach seinem Studium arbeitete er für Design Studios in London und internationale Auftraggeber, aber auch an eigenen Projekten und Produkten. Seit 2014 lebt und arbeitet er in Wien und ist in den Bereichen Produkt-, Möbel- und Ausstellungsdesign tätig. Seit 2016 Mitglied der Galerie für experimentelles Design „Spazio Pulpo“, zahlreiche nationale und internationale Ausstellungsbeteiligungen. 2018 Swarovski Award for Excellence in Austrian Design.


Ein Projekt von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich in Kooperation mit der Gemeinde Rossatz, dem Jankerlklub Rossatz, mit Unterstützung der LEADER-Region Wachau-Dunkelsteinerwald und der ecoplus Regionalförderung.



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