© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
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© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
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© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
© Miriam Bajtala, dichtegeschichte, Weikendorf, 2020, Foto: Joanna Pianka
 

miriam bajtala


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dichtegeschichte
in 18 räumen



... In der klassischen Anthropologie gibt es eine strenge Unterscheidung zwischen „im Feld“ und „zu Hause“. Ins „Feld“ geht man, um seine Recherchen einzuholen, um, bisweilen mit hohem persönlichem Risiko, in einen Strudel rohen, unsortierten Geschehen einzutauchen. „Zu Hause“ dann ordnet und zähmt man es: katalogisiert es, überführt es in etwas Sinnvolles. Doch wenn der Gegenstand der Studie völlig mit dem eigenen Leben und seinen Rhythmen verflochten ist, verschwindet die Unterscheidung: Wo endet das „zu Hause“, und wo fängt das „Feld“ an? (Satin Island, Tom McCarthy, Seite 34, DVA 2015)

In der Ausstellung im Kunstraum Weikendorf unterzieht Miriam Bajtala ihre eigene Vergangenheit einem experimentellen Akt der Vergegenwärtigung und Aktualisierung. Ausgangspunkt sind Rekonstruktionen der Grundrisse der Wohnungen, in denen die Künstlerin gelebt hat – ein räumlicher Lebenslauf. Anhand dieser grafischen Vorlagen erstellte sie zu jeder Wohnung, verknappt auf das Wesentliche, 18 Textminiaturen, in denen einerseits unterschiedliche soziologische Fragen zu sozialer Herkunft, Arbeitermilieu, Migration aufgeworfen werden und andererseits dissoziative Risse hinsichtlich Scham, Wut und anderen Gefühlen entstehen. Das Geschriebene endet dort, wo ihr Künstlerinnen-Dasein beginnt.

Aus dieser künstlerischen Praxis heraus entwirft Bajtala unterschiedliche Konzepte für Bildfindungen – Möglichkeitsräume werden sichtbar: da ist eine großformatige, über 12 Rahmen fragmentierte Zeichnung, die in bunten Farben und Flächen abstrahiert Teile der Raumgrundrisse als sich überlagernde und parallel verlaufende Schichtungen im Maßstab 1:1 wiedergibt. Die Räume, welche die Künstlerin zeitlich aufeinander folgend bewohnt hat, greifen hier strukturell ineinander und setzen sich somit bildlich zueinander in Beziehung. Eine zweite Zeichnung wiederum zeigt das poetische Bild eines Mädchens, das auf einem Hocker sitzend eine Kutschenfahrt spielt und von einem kleinen Holzpferd gezogen wird – alles, was es dazu benötigt, ist ihre Imagination. In einem weiteren Schritt verknüpft Bajtala den Ausstellungsraum mit dem daran anschließenden öffentlichen Raum.

Textauszüge auf Plakatständern, rund um den Kunstraum und im Dorf aufgestellt, gewähren den Passant*innen unvermittelt Einblicke in eine ihnen unbekannte Erinnerung. „Die eigenen vier Wände“ bilden einen Lebens-Raum, der für eine bestimmte Zeit zum Wohnort und zu einem Speicher für Erinnerungen wird – Erinnerungen an den Raum selbst, vor allem aber an das eigene Verhältnis zu diesem temporären Raum-ZeitKontinuum. Das Projekt dichtegeschichte stellt weniger die Veröffentlichung einer Biographie in den Vordergrund, sondern vielmehr die Tatsache, Autor*in der eigenen Geschichte zu sein. Bajtalas Assoziationsräume werden in Form von Zeichnung und Text zu Achsen eines Reflexionsfeldes, das dazu anregt, die eigenen dichten Geschichten zwischen Jetzt und erinnertem Jetzt nachzuziehen. Eine künstlerische Anleitung zur Selbstermächtigung.

Miriam Bajtala wurde für die aktuelle Ausstellung im Rahmen von »Multiple Choice« vom Juryteam mit Ingrid Axmann, Kurt Felice, Robert Hanel, Susanna Hirschböck, Brigitte Kasper-Ager, Ulrike Kastan, Johannes Naimer, Katharina Neuner, Angelika Pozarek, Beate Thaller, Ernst Wagendristel und Anneliese Windisch ausgewählt und in der Umsetzung unterstützt.


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