Olga Karlíková, "Audible Landscapes“, Fotos © Christian Wachter
Olga Karlíková

"Audible Landscapes“, 2003/2012

Anfangs für ihre Tapisserien und abstrakten Arbeiten aus Textil bekannt, widmete Olga Karlíková von der Mitte der 1960er Jahren an einen wichtigen Schwerpunkt ihrer Arbeit der Zeichnung in Verbindung mit Musik und Alltagsakustik. Die 1923 in Prag geborene Künstlerin entwickelte eine eigene Zeichensprache, Notationen, die von ihr wie Musikpartituren eingesetzt wurden. Bis zu ihrem Tod 2004 fertigte sie tausende Zeichnungen beim Beobachten und Hören von Vögeln und Fröschen an, die man als Transkriptionen ihrer akustischen Umgebung verstehen kann. Neben drei dieser Zeichnungen wird im Auden-Haus die für den Ort adaptierte Videoinstallation "Audible Landscapes“ gezeigt. Für diese wird der von einem tschechischen KuratorInnenteam zwischen 2003 und 2012 produzierter Videofilm auf einen Tisch projiziert. In dem Film legen die KuratorInnen über hundert Zeichnungen der Künstlerin auf einen Tisch langsam übereinander.

Nach der Unterzeichnung der Charta 77, der im Januar 1977 veröffentlichte Petition gegen die Menschenrechtsverletzungen des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei, erhielt Olga Karlíková Berufsverbot und erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde ihr Schaffen umfassend aufgearbeitet. Karlíkovás Zugang zur akustischen Wahrnehmung und ihr Versuch, diese in graphische Zeichen zu übersetzen, folgen jedoch weniger einem ideologischen Konzept, sondern sind vielmehr einem poetischen Ansatz und einer individuellen Sprachfindung verpflichtet.
So versuchte die Künstlerin eine Methode zur Übersetzung der Morphologie der Natur sowie der Sprache und der Bewegung ihrer Lebewesen zu entwickeln, die gleichzeitig Ausdruck ihrer subjektiven Erfahrung war und dabei der Erforschung skripturaler Darstellungsmöglichkeiten von Tönen, Rhythmus und Bewegung diente.
(Cornelia Offergeld)
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