Nur eine Handvoll Dreck,2012Siebruck auf Glas, WesternhefteJe 34 x 24 cmCourtesy Galerie nächst St.Stephan, WienFotos © Wolfgang Wössner
Western, 2012 HDV, 16:9, color, 5
Sonia Leimer

Sonia Leimer beschäftigt sich mit dem konkreten, physischen Raum und seinem Verhältnis zur künstlerischen Inszenierung. In ihrem medienübergreifenden Werk untersucht sie die Relationen zwischen individuellen Erzählungen, der heutigen Gesellschaft und dem klassischen Bilderkanon.

Im Video "Western" entdeckt Leimer jene atemberaubende georgische Landschaft in der Gegend von Kaspi, in die Chefindianer der DEFA (Deutsche Film AG) für Walter Ulbricht in den Sonnenuntergang ritten. Als Ersatz für kapitalistische Westimporte führten die DDR Streifen in den Wilden Osten der Steppe Georgiens. Leimer schwenkt über kahle Bergketten und trockenes Gras, bis sie auf ein Streichsextett trifft. Die Damen, allesamt Mitglieder des State Orchestra Tbilisi, spielen die transkribierte Filmmusik Elmer Bernsteins aus "Die glorreichen Sieben" (1960) von John Sturges. Wenn Leimer am Fuße des Großen Kaukasus ins autonome Gebiet Südossetien blickt, das völkerrechtlich ein Teil Georgiens ist, geht es ihr um Fragen nach
Territorium, Identität und Staatsgefüge.

An der Wand hängen schwarze Siebdrucke auf Glas, eine Peepshow auf Motive aus Western Groschenheften. Leimer zoomt klassische Stereotype wie Sherriff und Cowboy heran, aber auch Frauenfiguren, die sich unter den Männern Respekt verschaffen, sich den gesellschaftlichen Normen der Zeit widersetzen und, wie Bertha von Suttner, durch Lebensstil und Haltung zu Legenden werden.

Sonja Leimer ist 1977 in Meran geboren und lebt in Wien.
(Brigitte Huck)
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