Hidi, 2011 Pigmentprint 140 x 100 cmExhibition copy Foto © Wolfgang Wössner
Markus Schinwald

Nicht erst seit der Biennale von Venedig 2011 gehört Markus Schinwald zu den international meist beachteten Künstlern seiner Generation. In den Medien Fotografie, Film, Installation, Malerei, Skulptur und Performance formuliert er sein Interesse an Körper, Raum und Bewegung. Seine hochkomplexen Anordnungen funktionieren als Handlungsräume im Spannungsfeld von Ästhetik und Emotion.

Hidi und Meryl, die beiden jungen Damen mit den panischen Frisuren,
verweisen in der Ausstellung auf die prekäre Lage, in der sich unabhängige, intellektuelle Frauen im ausgehenden 19. Jahrhundert befanden. Es war eine Zeit des Aufbruchs, der Veränderung gesellschaftlicher Strukturen durch die Industrialisierung und neue Formen der Existenzsicherung. So ist die materielle Versorgung der nicht verheirateten Tochter Bertha auch für ihre Mutter Sophie Kinsky schwierig, und Bertha nimmt eine Stelle als Gouvernante in der Familie ihres späteren Ehemanns an.

Die Veränderung, Verbesserung und Zurichtung privater Bildnisdrucke des 19. Jahrhunderts ist ein Werkkomplex, den Schinwald seit vielen Jahren kontinuierlich erweitert: er interessiert sich für die Mode der Zeit, für Verhüllungen und Drapierungen, und für den Körper als kulturgeschichliche Konstruktion. Gefangen in Paranoia und Melancholie verhilft Schinwald den biederen Fräuleins mit surrealen Verschiebungen zu neuen, irritierenden Identitäten.

Markus Schinwald ist 1973 in Salzburg geboren und lebt in Wien und New York.
(Brigitte Huck)
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