AusstellungsansichtFoto © Wolfgang Wössner
Bertha von Suttner und der Kaukasus

Am 12. Juni 1876 heiratet Bertha Kinsky heimlich den um 7 Jahre jüngeren Arthur Gundaccar von Suttner, Sohn jener Familie, für die sie als Gouvernante in Wien und Harmannsdorf tätig ist. Vor gesellschaftlichen Zwängen und Verboten und dem Zorn der Familie flüchtet das junge Paar über das Schwarze Meer nach Georgien und findet bei der mingrelischen Fürstin Ekaterina Dadiani Freundschaft und Unterstützung. "Wir holen uns das Goldene Flies" schreibt Bertha voll Optimismus in ihr Tagebuch.

Neun Jahre werden Bertha und Arthur in Tiflis, Gordi, Kutais und Batumi verbringen. Sie lernen Land und Leute kennen, verdienen ihren Lebensunterhalt mit Sprachstunden und Klavierunterricht, arbeiten als Korrespondenten für Zeitungen wie die "Neue Freie Presse". Bertha schreibt Fortsetzungsromane und Gebrauchsliteratur für Frauenzeitschriften, aber auch Sozialstudien und die Ehemonografie "Es Löwos", Arthur unter anderem eine georgische Version der "Madame Bovari". Darüberhinaus nutzt Bertha bereits zu dieser Zeit unermüdlich publizistische Formate, um ihre Weltanschauung zu verbreiten.

In Georgien war Bertha von Suttner glücklich: "Wir waren überhaupt so furchtbar entzückt über unser Zusammensein" schreibt sie 1909 in ihren Memoiren, "unser kühner Streich hat uns ein solches Frohgefühl verschafft, alles war uns bisher wie 'sur les roulettes' gegangen, sodaß wir einer fortwährenden Steigerung unserer Glückserlebnisse entgegensahen." Mit dem Tod der Fürstin Ekaterina enden die abenteuerlichen "Flitterjahre" im Kaukasus und die beiden nun etablierten Schriftsteller Bertha und Arthur kehren 1885 nach Harmannsdorf zurück.
(Birgitte Huck)
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