Turkish Jokes
Anna Artaker, Turkish Jokes, 2009
Anna Artaker greift kein einzelnes Werk, sondern einen allgemeinen Aspekt der Kunst im öffentlichen Raum auf, der als Gedanke auch der Ausstellung „Fortsetzung folgt“ zugrunde liegt: Viele Menschen kennen bestimmte Kunstwerke im öffentlichen Raum nur aus Büchern oder Erzählungen – sei es, weil Arbeiten nur für kurze Zeit zu sehen sind, sei es, weil sie nicht wie andere Werke durch Museen touren, sondern an teils abgelegene Orte gebunden sind.
Auf A1-Papierbögen beschreibt Anna Artaker Jens Haanings Arbeit „Turkish Jokes“ aus dem Jahr 1994 sowie ihre Rezeption derselben. Auf einer Seite des A1-Bogens steht der Text in ihren eigenen Worten auf Deutsch, auf der anderen Seite in türkischer Übersetzung. Artaker hatte die auf Türkisch erzählten und im öffentlichen Raum via Lautsprecher übertragenen Witze selbst auf der documenta 2002 gehört, aber erst später im Gespräch mit anderen als künstlerische Intervention verstanden. Indem Artaker Haanings Arbeit nacherzählt, überträgt sie diese vom urbanen Raum, wo sie stattgefunden hat, in einen Sprachraum (konkret denjenigen, den das gedruckte Wort erzeugt). Der Verweis auf die Bedeutung von Sprache und Kommunikation für das Entstehen von Öffentlichkeit jenseits des architektonischen Raums ist der zentrale Aspekt ihrer Arbeit und ebenso wichtig für die Ausstellung. In der Form – die Bögen wurden zu rechteckigen Objekten im Raum aufgestapelt und konnten von den BesucherInnen mitgenommen werden – greift Artaker bewusst auf die „Stacks“ von Felix Gonzalez Torres zurück, dessen Arbeiten immer wieder um das Spannungsfeld von privat und öffentlich kreisen.
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