© Tina Frank, 2018
 

tina frank



media lu(n)z



MEDIA LU(N)Z ist eine künstlerische Arbeit für die zweite Veranstaltungsbühne des Musikfestivals wellenklænge im Mehrzwecksaal/Turnsaal der Neuen Mittelschule Lunz am See. Angelehnt an den Namen des Festivals und die Naturkulisse der Gemeinde, die von Bergen, Wald und dem Lunzer See dominiert wird, widmet sich die Arbeit inhaltlich dem Thema der Welle. Die Welle ist inhaltliches und bildnerisches Motiv einer Bild- und Klangkomposition, die aus einem Netz von programmierbaren LED-Streifen und einer dazugehörigen Soundkomposition besteht und die enge Verbindung zwischen elektronisch generiertem Bild und Ton evident macht.

Tina Frank wählte den Blick auf den See und die umgebende Naturkulisse, um über Raumkonzepte, Wahrnehmungsformen und Wahrnehmungsbedingungen audiovisueller Medien nachzudenken. Bereits die beiden Lesarten des Titels – MEDIA LUNZ oder MEDIA LUZ – machen eine Verbindung zwischen Apparatur, Naturerscheinung und Ortsbezogenheit auf. Die Künstlerin überlagert nun den Raum der Mehrzweckhalle mit jenem der Seebühne durch mehrere Übersetzungsprozesse. Aus Wellen und See generiert sie eine abstrakte Komposition von ihre Farbe ändernden Lichtpunkten oder -bändern, während die Naturkulisse in eine Klangkomposition übersetzt wird, in der sich an Naturgeräusche erinnernde Töne – Quaken, Zirpen und Summen – mit abstrakteren Drone-Sounds abwechseln. Die Überlagerung dieser scheinbar diametral entgegengesetzten Orte – hier die unmittelbare Naturerfahrung frei fließenden Wassers, dort die disziplinierende Geschlossenheit des Turnsaals – kann nun nur bzw. gerade auf der Ebene der synästhetischen Erfahrung der Installation erfolgen. Die körperliche Wahrnehmung des Klangs im Wechselspiel mit dem sich an der Decke ausbreitenden pulsierenden Farbmuster wirkt auf die Betrachter_innen immersiv, das heißt, sie können – wieder im übertragenen Sinn – darin eintauchen. Dass damit nicht Teilnahmslosigkeit verbunden sein muss, zeigt MEDIA LU(N)Z ebenfalls, denn der Fluss dieser audiovisuellen Komposition eignet sich hervorragend, um die räumlichen Bedingungen zu reflektieren und zu fragen, wie uns gebaute Räume, Kultur- wie Naturräume, tatsächlich definieren – und wie diese Konzepte eigentlich immer bereits im Wandel begriffen waren …
(Claudia Slanar)

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