ricarda denzer, about the house. silence turned into objects.
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ricarda denzer


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about the house. silence turned into objects.



Ricarda Denzer hat mit Fragmenten des Auden-Archivs audiovisuelle Installationen für vier Stellen im Ort konzipiert und so das Archiv in den öffentlichen Raum von Kirchstetten getragen. Für ihr "Subjektives Auden Archiv" greift sie auf mündliche und schriftlichen Quellen wie Gespräche mit DorfbewohnerInnen, historische Ton- und Bildaufnahmen, Briefverkehr, Zeitungsausschnitte, Originaltexte sowie Zitate aus Audens Gedichten und aus seinem Versepos "The Age of Anxiety" (1946) zurück. Die ausgewählten Orte zeichnen wichtige Wege bzw. Begegnungsplätze Audens in Kirchstetten nach.

W. H. Auden fuhr oft zum Bahnhof, um Gäste aus aller Welt abzuholen. In der Wartehalle des Bahnhofs sieht man den Film Night Mail aus dem Jahr 1936. Der zu seiner Zeit viel beachtete britische Dokumentarfilm über den legendären "London to Scotland"-Postzug von Harry Watt und Basil Wright gilt wegen seiner Kombination von Realismus und filmischer Ästhetik sowie der speziell für den Film verfassten Musik des Komponisten Benjamin Britten und Audens Gedicht Night Mail als Gesamtkunstwerk aus Bild und Ton.

Auf einem vom Zug wie von der Straße aus sichtbaren Flip-Dot-Panel sind wechselnde Textpassagen aus dem Werk des Schriftstellers als Dreizeiler wie in die Umgebung hineingesetzte Untertitel zu lesen. Ricarda Denzer platzierte die durch Magneten gesteuerte Anzeigetafel, die üblicherweise im Verkehrswesen eingesetzt wird – so zum Beispiel als Auskunftstafeln an Zuggleisen – auf einem Wiesenstück neben den Gleisen.

W. H. Auden ging täglich zur Post. In den Fenstern des Postamts verweist Ricarda Denzer mit einer Collage von Briefen und Fotos auf die Bedeutung der Briefe in Audens Nachlass. Ein großformatiges Bild der Postmeisterin, mit der Auden eine freundschaftliche Beziehung pflegte, wird flankiert von einem Foto des Schriftstellers bei einem seiner Postbesuche. Daneben sieht man Briefe an Hannah Arendt oder Stella Musulin, eine enge Vertraute Audens, sowie einen Aufruf in der New York Times, in dem der Nachlassverwalter Audens alle Besitzer von dessen Briefen dazu aufrief, diese Schriftstücke zu vernichten.

Auf dem Weg zum Auden-Haus kommt man am ehemaligen Auden-Platz, nun Weinheber-Platz, vorbei. Hier steht für die Dauer der Ausstellung das Auto Audens, ein VW Käfer, den der Schriftsteller bis zu seinem Tod 1973 fuhr. Nähert man sich dem Auto, werden die Scheiben des Wagens zum Resonanzkörper, und man hört die Stimme des Schriftstellers bei diversen Lesungen, wie auch bei jener, die er am Tag seines Todes in Wien hielt.
(Cornelia Offergeld)

Ausstellungsdauer: September 2013 bis Frühjahr 2014
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