julie hayward , gestaltung der bahnunterführung kreuttal<br />
 

julie hayward


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gestaltung der bahnunterführung kreuttal



Die Künstlerin Julie Hayward gewann den Wettbewerb für die Neugestaltung der Bahnunterführung in Kreuttal und des Platzes davor. Die Jury war angetan von der Klarheit des Entwurfs, mit dem gleichzeitig das Leitsystem vereinfacht sowie eine Wegführung mit skulpturalem und daher markantem Charakter unter der Brücke eingebaut werden sollte. Der Vorschlag konnte jedoch nicht realisiert werden.

Die Bahnunterführung in Kreuttal im Weinviertel stammt unverkennbar aus den 1950er-Jahren. Kaum jemand würde vermuten, dass sich dahinter eine landschaftlich besonders reizvolle Gegend verbirgt. Je mehr zur Klärung dieser Sachlage unternommen wurde, umso verwirrender wurde es. Denn im Laufe der Jahre sind die zahlreichen unterschiedlichen Werbetafeln und Richtungsweiser zu einem sprichwörtlichen "Schilderwäldchen" angewachsen, der dem Vorbeifahrenden die Zielfindung nicht gerade erleichtert und eine Entscheidungshilfe regelrecht verwehrt. So beschloss man 2012, einen Wettbewerb für die Neugestaltung der Unterführung und des Platzes davor auszuschreiben, den die Künstlerin Julie Hayward gewann. Die Jury war angetan von der Klarheit des Entwurfs, mit dem gleichzeitig das Leitsystem vereinfacht sowie eine Wegführung mit skulpturalem und daher markantem Charakter unter der Brücke eingebaut werden sollte. Es sind genau diese Doppelfunktionen, die die Qualität von künstlerischen Gestaltungen im Verkehr ausmachen. Der Vorschlag konnte jedoch nicht realisiert werden.

"Willkommen in Kreuttal" nennt die Künstlerin ihren Entwurf. Möglichst schnell sollte sich die Wegführung visuell erschließen. Zwei aus Beton gefertigte gebogene Mauern sollten an die Mauern der Unterführung anschließen, sie also verlängern und damit den Tunnel optisch erweitern. Diese "Flügelmauern, die an Arme oder Zungen erinnern, ziehen hinein, nehmen auf – man wird willkommen geheißen" (Julie Hayward). Im Entwurf biegen sich auf der Einfahrtseite in den Tunnel nach Kreuttal die zwei Mauern in unterschiedlicher Krümmung hinaus und fangen so die von der Autobahn herkommenden Autofahrer auf. Auf der Ausfahrtsseite des Tunnels ragen die Mauern 80 Zentimeter hinaus und werden mit Reflektorfolie beschichtet. So entsteht eine eigenständige Skulptur, die sich mit dem Tunnel verbindet. Der gesamte Mauerbereich sollte mit sogenannter Tagesleuchtfarbe gestrichen werden – neonfarben, würde der Laie sagen.
Teil zwei des Gestaltungsvorschlags ist die Reduktion der Hinweistafeln. Die Werbeschilder für Gastronomie und dergleichen sollten hinter den Tunnel verlegt werden. Dafür hätte die Künstlerin bei der Einfahrt in den Tunnel unter dem Schild mit der Aufschrift "Willkommen in Kreuttal" auf die vier Ortschaften, die die Gemeinde Kreuttal zusammenfasst, hinweisen lassen – einfach und übersichtlich. Ein Baum hätte dieser Übersichtlichkeit weichen müssen, und die Zufahrt zum Tunnel hätte von mit Reflektoren besetzten Verkehrsnägeln gesäumt werden sollen. Der Entwurf wurde von der Gemeinde abgelehnt.
(Cornelia Offergeld)
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