evelyn kuntscher, wir haben alle ein motiv
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evelyn kuntscher


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wir haben alle ein motiv



Neun KünstlerInnen aus Linz (Experimentelle Visuelle Gestaltung an der Kunstuniversität Linz) und vier KünstlerInnen aus Wien (Institut für Kunst und Gestaltung an der TU Wien/Architektur) entwickelten ortsbezogene Arbeiten für die Keller des Kellerdorfes von Unterstinkenbrunn. Nach einigen Besuchen und Aufenthalten wurden alle Arbeiten speziell für die Keller konzipiert: Sie handelten von den Image- und Wirtschaftsverschiebungen – im für seine Weinkeller bekannten Unterstinkenbrunn erfolgte in den letzten Jahren ein Shift weg vom Wein und hin zu der leichter anzubauenden und zu erntenden Zwiebel – und nahmen ihren Ausgangspunkt bei ortsspezifischen Geschichten und Legenden oder den speziellen akustischen und raumqualitativen Gegebenheiten der Keller.
Die KünstlerInnen und Künstlergruppen nahmen sowohl die Gewölbe der Keller sowie deren vorangestellte Eintritts- und Aufenthaltsräume (frühere Arbeitsräume zur Weinherstellung) als auch das Kellerdorf selbst als Ausgangspunkt, um multimediale Installationen zu entwickeln und zu platzieren. Der Titel "Wir haben alle ein Motiv" spielte auf die künstlerischen Motive, auf die Motive, die Veranstaltung zu bespielen und sie zu besuchen, auf die wirtschaftlichen Motive, vom Weinanbau zum Zwiebelanbau zu wechseln, sowie auf eventuelle kriminelle Motive im Lebens- und Wirtschaftszusammenhang, die auch im ländlichen Raum vorkommen, an.

In der Arbeit von Evelyn Kuntscher wurde eine imaginäre U-Bahn-Station errichtet. Durch akustische und punktuell eingesetzte visuelle Reize wurde aus dem "tunnelförmigen" Weinkeller ein Transitraum, der zwischen dem entlegenen Dorf und großen Städten vermittelte. Themen wie Lokalität, Abgeschiedenheit, Infrastrukturmaßnahmen oder Pendlerschicksale wurden reflektiert: Warum liegt Unterstinkenbrunn nicht an der Bahn? Warum spielt es heute keine Rolle mehr, einen Bahnanschluss zu haben? Warum plant die Schweiz als einziges Land eine überregionale U-Bahn? Evelyn Kuntscher wählte sich aus den Kellern einen mit einem offenen Ende. Ist das der Beginn der U-Bahn-Baustelle?
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