helmut & johanna kandl / leo kandl, zwei städte an der thaya - laa/znaim
helmut & johanna kandl / leo kandl, zwei städte an der thaya - laa/znaim
 

helmut & johanna kandl / leo kandl


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zwei städte an der thaya - laa/znaim



Die Grenze zwischen Tschechien und Österreich trennt Gebiete, deren Geschichte über Jahrhunderte eng verbunden war. Der "Eiserne Vorhang" machte den Norden Niederösterreichs zu einer der ärmsten und abgelegensten Gegenden Österreichs. Nach der "Öffnung" entstand schnell ein "kleiner Grenzverkehr", der aber vorwiegend zum Einkaufs- und Bordelltourismus wurde. Obwohl es sowohl für Österreicher als auch für Tschechen unproblematisch ist, ins Nachbarland zu fahren, sind die Barrieren nicht verschwunden. Laa und Znaim waren über vierzig Jahre getrennt, die Modernisierung in der Nachkriegszeit wurde verschieden erlebt: Auf der einen Seite der Grenze lernte man Englisch, dort Russisch. Hier fuhr mach Nach Italien auf Urlaub, auf der anderen Seite nach Bulgarien oder Rumänien ans Schwarze Meer, "die Berge" waren auf diesseits der Grenze die Alpen in Tirol, auf der anderen Seite die Beskiden.
Bei diesem Projekt wollten die Künstler auf beiden Seiten der Grenze arbeiten und die Bevölkerung mit einbeziehen. Zu Beginn organisierten sie einen Vortragsabend in Laa, in Znaim begannen sie mit einem Treffen in privater Runde. Als nächsten Schritt wiesen sie mit zweisprachigen Plakaten (tschechisch/deutsch) an öffentliche Werbeflächen, in Gasthäusern, Geschäftslokalen usw. auf das Projekt hin und ersuchten um Beteiligung. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Medien funktionierte sehr gut, die Regionalzeitungen berichteten, die Wochenzeitung "Znojemsko" brachte zwei Artikel, einen sogar auf der Titelseite. Beide lokale Laaer Fernsehsender brachten Bilder mit der Aufforderung, Material zur Verfügung zu stellen bzw. sich fotografieren zu lassen; auch im Znaimer Fernsehen waren zwei Beiträge zu sehen. "Radio Vranov", ein viel gehörter privater Sender mit Popmusik, brachte ein Interview. In Znaim ließen die Künstler die Aufforderung zu einem Treffen im Café de Paris am Marienplatz auf nostalgische Weise über Lautsprecher durchsagen und schalteten Inserate in der regionalen Zeitung. Als Zwischenprodukt und weitere Aufforderung, sich am Projekt zu beteiligen, wurde im September im Foyer des Kinos "Zluta Ponorka/Yellow Submarine" ein Video präsentiert, etwas später in Laa.
In Znaim arbeitete ein Student, Lukas David, als Dolmetscher und Assistent mit den Künstlern. Das Buch, das die Ereignisse vorstellt, erschien im Frühling 2002 und wurde in beiden Städten präsentiert.

Helmut & Johanna Kandl "Auf der Insel Bella Lella"
"Auf der Insel Bella Lella" von Helmut & Johanna Kandl verwendete private Urlaubfotos, um Definitionen des Fremden bzw. Exotischen und die Wandlung dieses Begriffs während der letzten fünfzig Jahre zu recherchieren (1950-2001).
"In Vorträgen, lokalen Medien, auf Plakaten usw. machten wir auf unser Projekt aufmerksam, die Fotos bekamen wir jedoch meist über persönliche Kontakte: von Privatpersonen, die wir kannten, von Gästen, die wir im Gasthaus trafen, oder von Leuten, die Leute kennen, die wiederum Leute kennen … Am leichtesten, und das war an beiden orten ähnlich, funktionierte der Kontakt mit Vereinen und Institutionen. Wir erhielten eine Fülle guter Fotos: Von den Reisen der Laaer Unternehmer in die USA und ans Nordkap in den siebziger und achtziger Jahren bis zu den Fotos von einer Wallfahrt zu Fuß nach Rom des Znaimer Pfarrers oder auch von der Schwester der Kellnerin unseres Lieblingsrestaurants bei ihrem Urlaub in der Türkei" (Helmut & Johanna Kandl).
Eine Dokumentation des Projeks als "work in progress" war September/Oktober 2001 im Pavelhaus in Laafeld zu sehen, in einer Ausstellung gemeinsam mit Oliver Ressler/Martin Krenn im Sommer 2002 im Kunstverein Wolfsburg, eine Fortsetzung gab es in Berlin, wo die Grenze innerhalb des Landes verläuft – zwischen Ossis und Wessis.

Leo Kandl "Fotoarbeit für Laa/Thaya und Znaim, Konzept"
"In meiner Arbeitsweise geht es um die Porträts eines Samples von Personen an einem bestimmten Platz (wie davor in Wien und New York). Durch in diverse Zeitungen gesetzte Suchannoncen finde ich Personen, die sich mit verabreden und fotografiert werden wollen. Die Annäherung von Fotograf und Modell erfolgt über den neutralen medialen Raum in Zeitungen – gegebenenfalls auch über Kleinplakate. Wobei der Kreis der Rezipienten der verschiedenen Medien Beachtung findet. Es geht mir bei diesem Projekt um eine breite Streuung meines Angebotes zum Porträtiertwerden und um die Erfassung der Resonanz auf die medialen Aufforderungen" (Leo Kandl).
Die fotografische Arbeit wurde zum Zeitpunkt der Buchvorstellung in einer Ausstellung präsentiert.

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